Auszahlplan bis 85: die flexible Alternative zur Leibrente
Der Auszahlplan bis 85 ist eine der zwei Auszahlungsoptionen im Altersvorsorgedepot. Das Depotguthaben wird gleichmäßig auf die Monate bis zum 85. Lebensjahr verteilt. Großer Vorteil: Restkapital ist im Todesfall vererbbar.
Inhaltsverzeichnis
Was ist der Auszahlplan bis 85?
Eine Auszahlungsform, bei der das Depotguthaben nicht in eine lebenslange Leibrente umgewandelt wird, sondern als Auszahlplan über mindestens 18–20 Jahre läuft, startend zwischen 65 und 70, mindestens bis zur Vollendung des 85. Lebensjahres.
Wie funktioniert der Auszahlplan?
- Zum Rentenbeginn nehmen Sie optional bis zu 30 % als Einmalbetrag heraus.
- Das Restguthaben verbleibt im Depot und wird weiter investiert.
- Anbieter rechnet monatlich Auszahlrate = aktuelles Guthaben ÷ verbleibende Monate.
- Bei guter Anlage steigt die monatliche Auszahlung im Lauf der Zeit; bei schwacher Anlage sinkt sie.
- Spätestens mit 85 ist das Depot leer (oder Auszahlung wird verlängert).
Was unterscheidet den Auszahlplan von der Leibrente?
Der Auszahlplan ist die flexible Alternative zur Leibrente. Die monatliche Rate ist nicht garantiert, dafür bleibt das Kapital vererbbar.
Beispielrechnung
Vorteile des Auszahlplans bis 85
- Vererbbar: Restkapital fällt im Todesfall an die Erben.
- Renditenpotenzial: Das Depot bleibt investiert und kann weiter wachsen.
- Transparenz: Sie wissen genau, wie viel Geld vorhanden ist.
- Flexibilität: Mehr Wahlfreiheit bei Anbieter und Anlagestrategie.
Nachteile und Risiken
- Kein Schutz gegen extremes Langleben (über 85 Jahre).
- Bei schlechter Marktentwicklung sinken die Monatsbeträge.
- Eigenverantwortung ist höher als bei der Leibrente.
Praxis-Beispiele zum Auszahlplan
Martin, 67, Depotwert 150.000 €, 18 Jahre Laufzeit. Bei 4 % Restverzinsung erhält er ca. 900 €/Monat. Bei Tod mit 78 fließt das Restguthaben (~70.000 €) an seine Kinder.
Sigrid, 70, Depotwert 80.000 €, möchte mit 85 noch Geld haben. Wählt 20 Jahre Laufzeit. Bei 4 % Rendite ca. 460 €/Monat bis zum 90. Geburtstag.
Häufige Fragen zum Auszahlplan bis 85
Was passiert nach dem 85. Lebensjahr?
Das Guthaben ist dann aufgebraucht. Wer länger lebt, muss aus der gesetzlichen Rente oder anderen Quellen leben. Manche Anbieter ermöglichen optional eine anschließende Leibrente.
Kann ich nach 85 weiter im Depot bleiben?
Ja, der Auszahlplan darf länger laufen, solange ein Restguthaben vorhanden ist.
Wird der Auszahlplan voll besteuert?
Ja, mit dem persönlichen Einkommensteuersatz (nachgelagerte Besteuerung).
Kann ich den Auszahlplan auch über 85 hinaus verlängern?
Ja, bei den meisten Anbietern, allerdings nimmt das Langlebigkeitsrisiko zu.
Bleibt das Geld investiert?
Ja, das Depot wird weiter angelegt, typischerweise mit reduzierter Aktienquote.
Wird die Auszahlung jedes Jahr neu berechnet?
Ja, in der Regel jährlich an Restguthaben und Restlaufzeit angepasst.
Für wen lohnt sich der Auszahlplan?
Wer auf Restkapital für die Erben Wert legt, sollte den Auszahlplan wählen.
Stand: Juni 2026.
Offizielle Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesministerium der Finanzen, FAQ zur Reform der privaten Altersvorsorge
- Bundesregierung, Reform private Altersvorsorge
- Deutscher Bundestag, Beschluss Altersvorsorgedepot (KW 13/2026)
- Bundestag-Drucksache 21/4088 (PDF)
- Deutsche Rentenversicherung, Reform-Meldung
- Stiftung Warentest, Altersvorsorgedepot
- Verbraucherzentrale, Neues Altersvorsorgedepot: Chance oder Verkaufsfalle?