Beitragsgarantie im Altersvorsorgedepot: optional statt Pflicht

Mit dem Altersvorsorgedepot fällt die zwingende 100 % Beitragsgarantie der Riester-Rente weg. Sparer können wählen: keine Garantie, 80 % oder 100 % der eingezahlten Beiträge. Weniger Garantie heißt mehr Rendite-Chance, aber auch mehr Risiko.

Was ist die Beitragsgarantie?

Eine vertragliche Zusage des Anbieters, dass ein bestimmter Prozentsatz der eingezahlten Beiträge zum Rentenbeginn mindestens vorhanden sein wird, auch wenn die Kapitalmärkte zwischenzeitlich abstürzen.

Wie funktioniert die Beitragsgarantie?

Anbieter erfüllen die Garantie typischerweise durch:

  • Höherer Anteil sicherer Anlagen (Anleihen, Festgeld).
  • Wertsicherungsmechanismen (CPPI: Constant Proportion Portfolio Insurance).
  • Fondspolicen mit Sicherungsvermögen der Versicherer.

Je höher die Garantie, desto höher der Anteil renditeschwacher Anlagen, und desto kleiner die Aktienquote.

Brauche ich überhaupt eine Beitragsgarantie?
Die 100-Prozent-Garantie ist nicht mehr Pflicht. Wer 20+ Jahre Zeit hat, sollte sie kritisch hinterfragen.

Was kostet eine Garantie an Rendite?

Garantie typ. Aktienquote erwartete Brutto-Rendite p.a.
0 % 80–100 % 5,5–7,5 %
80 % 40–70 % 3,5–5,5 %
100 % 10–40 % 1,5–3,5 %

Annäherungen, abhängig vom Markt. Höhere Garantie = stärker schwankendes Verhältnis Risiko/Rendite.

Wann lohnt sich welche Garantie?

  • Lange Laufzeit (> 20 Jahre): Tendenz zu 0 % oder 80 %, Marktphasen können ausgeglichen werden.
  • Kurze Laufzeit (< 10 Jahre): 80 % oder 100 %, weniger Zeit, Verluste auszugleichen.
  • Hohe Risikoaversion: 100 %, psychologische Sicherheit, aber niedrige Rendite.

Warum wurde die Garantiepflicht abgeschafft?

Weil sie ein Hauptgrund war, warum die Riester-Rente kaum noch Rendite gebracht hat. Im Niedrigzinsumfeld zwang die 100 % Garantie die Anbieter, fast alles in niedrig verzinste Anleihen zu stecken. Mit dem Wegfall der Pflicht können Sparer endlich auf Aktien-ETFs setzen und die langfristig deutlich höhere Aktienrendite mitnehmen.

Welche Garantie passt zu wem?

Kim, 28, langer Anlagehorizont (39 Jahre). Wählt 0 % Garantie und 100 % Aktien-ETF. Erwartungswert bei 6,5 % Rendite: ~ 320.000 €.

Frank, 60, kurz vor Rente (7 Jahre). Wählt 100 % Garantie. Erwartete Bruttorendite nur ~ 2,5 %, aber das Kapital ist nominal abgesichert.

Häufige Fragen zur Beitragsgarantie

Sind Zulagen Teil der Garantie?

Ja, die Zulagen werden in die garantierte Summe mit einbezogen.

Schützt die Garantie vor Inflation?

Nein. 100 % nominale Beitragsgarantie heißt nicht, dass die Kaufkraft erhalten bleibt. Inflation muss zusätzlich verdient werden, was bei hoher Garantie schwer ist.

Kann ich die Garantie später ändern?

Bei vielen Anbietern ja, oft aber nur in eine Richtung (z. B. Garantie senken). Ein Wechsel kostet Gebühren.

Kann ich die Garantie nachträglich erhöhen?

Bei den meisten Anbietern nicht, die Garantie wird zu Vertragsbeginn festgelegt.

Garantie auf Zulagen?

Ja, sie sind in die Garantiesumme einbezogen.

Was passiert bei Anbieter-Pleite?

Wertpapiere sind Sondervermögen und geschützt. Bei Versicherungen greift Protektor (Sicherungsfonds).

Was ist die Alternative zur Garantie?
Ein Lebensphasenmodell kombiniert Renditechancen mit Sicherheit am Ende der Laufzeit, meist die bessere Wahl.

Stand: Juni 2026.

Offizielle Quellen und weiterführende Informationen