Die Auszahlungsphase im Altersvorsorgedepot

So nutzen Sie Ihr Vermögen im Ruhestand optimal.

Großeltern und Enkelkind, Illustration Altersvorsorgedepot Auszahlungsphase und Vermögensplanung.
Überblick

Gut aufgebaut, klug entnehmen

Viele konzentrieren sich allein auf den Vermögensaufbau. Dabei entscheidet die Auszahlungsphase mit darüber, wie viel vom Ersparten am Ende wirklich ankommt. Die beste Rendite nützt wenig, wenn das Kapital im Ruhestand nicht klug eingesetzt wird. Und diese Phase dauert oft länger als gedacht, nicht selten zwanzig bis dreißig Jahre, in denen das Vermögen reichen und zugleich Spielraum lassen soll.

Das Altersvorsorgedepot lässt sich dabei flexibel an Ihre Lebenssituation anpassen, und das verbleibende Kapital bleibt weiter am Kapitalmarkt investiert. Ob lebenslange Rente oder flexibler Auszahlplan: Wie Sie entnehmen, bestimmen Sie selbst.

Übergang

Was passiert beim Renteneintritt?

Mit Beginn der Auszahlungsphase wird das in der Ansparphase aufgebaute Vermögen schrittweise zur Finanzierung des Ruhestands eingesetzt.

Ansparphase → Altersvorsorgedepot → Renteneintritt → Einmalentnahme / laufende Entnahmen

Optionen

Welche Auszahlungsformen gibt es?

Laut Bundesfinanzministerium (Reform der geförderten privaten Altersvorsorge) können Sie zu Beginn der Auszahlungsphase zwischen zwei Möglichkeiten wählen. Es handelt sich um eine Entweder-oder-Wahl. Eine Kombination beider Formen (ein Teil verrenten, der Rest als Auszahlplan) ist in der offiziellen Reform nicht vorgesehen. Auch eine freie Teilkapitalentnahme gibt es nicht als eigene Auszahlungsform – maximal 30 % des angesparten Kapitals  können allerdings zu Beginn der Auszahlungsphase als Einmalbetrag entnommen werden.

  • Lebenslange Leibrente (Verrentung)
    Das Vermögen wird in eine feste monatliche Rente bis zum Lebensende umgewandelt, unabhängig vom Alter.
  • Befristeter Auszahlungsplan
    Läuft mindestens bis zum vollendeten 85. Lebensjahr (ein längerer Plan ist möglich). Das Kapital bleibt im Depot und wird schrittweise entnommen; noch nicht ausgezahltes Vermögen ist vererbbar. Mit Ablauf des Plans ist das Vermögen verzehrt.
Entnahme-Rechner

Was Ihr Depot im Ruhestand hergibt

Wie viel Sie monatlich entnehmen können und wie lange Ihr Vermögen reicht, hängt von Kapital und Entnahmehöhe ab. Stellen Sie beides im Rechner ein und sehen Sie sofort das Ergebnis. Als Orientierung: Bei rund 3 bis 4 % Entnahme pro Jahr bleibt das Vermögen über einen langen Ruhestand meist erhalten.

Wie viel können Sie entnehmen?

Depotvermögen iIhr angespartes Vermögen bei Rentenbeginn. Beispielwerte: 250.000 €, 500.000 €, 1.000.000 €. 500.000
50.000 €2.000.000 €
Entnahmerate pro Jahr iFaustregel: 4 % p.a. ist nachhaltige Entnahme bei breit gestreutem Aktien-Anleihe-Mix (Trinity-Studie). Konservativer: 3 %. Aggressiver: 5 %. 4,0 %
1 %8 %
Monatliche Entnahme
vor Steuern
Reicht für
ohne weitere Rendite
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Unverbindliche Modellrechnung, keine Anlageberatung, keine Garantie künftiger Wertentwicklung. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Wertentwicklungen.

Depotentwicklung während der Auszahlungsphase

Ein Beispiel mit 500.000 € Startkapital, 4 % Entnahme (20.000 € im Jahr) und 5 % durchschnittlicher Rendite. Weil die Rendite etwas höher ist als die Entnahme, bleibt das Depot nicht nur stabil, sondern kann über die Jahre sogar weiter wachsen.

500.000 € ca. 830.000 € Rentenbeginn nach 30 Jahren

Modellrechnung: 500.000 € Start, 4 % Entnahme (20.000 €/Jahr), 5 % Rendite p. a. Keine Garantie. Bei höheren Entnahmen oder schwächerer Rendite kann das Vermögen sinken.

Vergleich

Verrentung oder Auszahlplan?

Beide Wege haben ihre Stärken. Diese Punkte helfen bei der Entscheidung:

Verrentung, wenn …

  • Ihnen Planungssicherheit am wichtigsten ist
  • Sie ein garantiertes Einkommen bis ans Lebensende möchten
  • Sie sich nicht aktiv um die Geldanlage kümmern wollen
  • Sie vermeiden wollen, dass das Vermögen im hohen Alter aufgebraucht ist

Auszahlplan, wenn …

  • Sie flexibel über Ihr Geld verfügen möchten
  • Sie Restvermögen vererben wollen
  • Sie weiter von Kapitalmarktrenditen profitieren möchten
  • Sie sich aktiv mit Ihrer Vermögensplanung beschäftigen möchten
Nachfolge

Vermögen vererben

Ein wichtiger Unterschied zu vielen klassischen Rentenversicherungen besteht darin, dass nicht verbrauchtes Vermögen grundsätzlich erhalten bleibt. Wer früh verstirbt oder bewusst weniger entnimmt, verliert das angesparte Kapital also nicht an die Versichertengemeinschaft, sondern kann es an Angehörige weitergeben.

Das Vermögen bleibt dabei jederzeit Ihr Eigentum, und Sie sehen transparent, wie hoch der aktuelle Depotwert ist. Die Nachfolge lässt sich flexibel regeln, etwa zugunsten von Ehepartner oder Kindern. So wird das Altersvorsorgedepot nicht nur zur eigenen Versorgung, sondern auch zu einem Baustein der Vermögensweitergabe.

Wie viel sich am Ende vererben lässt, hängt vor allem davon ab, wie viel im Ruhestand entnommen wird. Bei moderaten Entnahmen bleibt über die Jahre oft ein erheblicher Teil des Kapitals erhalten:

Ausgangsvermögen verbleibend nach 10 Jahren
500.000 € ca. 400.000 €
750.000 € ca. 620.000 €
1.000.000 € ca. 830.000 €
Beispielwerte bei moderater Entnahme; die tatsächliche Entwicklung hängt von Entnahmehöhe und Rendite ab.
Steuern

Steuern im Ruhestand

Das Altersvorsorgedepot folgt dem Prinzip der nachgelagerten Besteuerung: In der Ansparphase bleiben die Erträge steuerfrei investiert, versteuert wird erst bei der Auszahlung, dann zu Ihrem persönlichen Steuersatz.

Das ist oft günstig, weil viele im Ruhestand ein geringeres steuerpflichtiges Einkommen haben als im Berufsleben. Die spätere Steuerlast fällt dadurch häufig niedriger aus.

Abwägen

Chancen und Risiken

Chancen

  • Flexible Entnahmestrategien
  • Kapital bleibt investierbar
  • Vererbbarkeit
  • Inflationsschutz durch Aktienanteil

Risiken

  • Zu hohe Entnahmen zehren das Vermögen auf
  • Börsenschwankungen während der Entnahme
  • Inflation
  • Längere Lebenserwartung als geplant
FAQ

Häufige Fragen

Im Altersvorsorgedepot ist das Kapital grundsätzlich bis zum Rentenbeginn gebunden – das ist der Preis für die nachgelagerte Besteuerung und die Zulagen. Vorzeitige Entnahmen sind nur eingeschränkt möglich und können dazu führen, dass Sie Förderung zurückzahlen müssen. Wenn Sie damit rechnen, früher an das Geld zu müssen, ist ein freies Depot dafür die bessere Wahl.

Bei der Leibrente wird Ihr Depotvermögen in eine lebenslange monatliche Rente umgewandelt. Die Höhe ergibt sich aus dem Rentenfaktor und ist bis zum Lebensende garantiert, unabhängig davon, wie alt Sie werden.

Beim Auszahlplan bis 85 bleibt Ihr Geld im Depot und wird gleichmäßig bis zum 85. Lebensjahr ausgezahlt. Das ist flexibler als die Leibrente, und der Rest bleibt investiert und vererbbar.

Ja. Es gilt die nachgelagerte Besteuerung. In der Ansparphase bleiben die Erträge steuerfrei, versteuert wird erst bei der Auszahlung zu Ihrem persönlichen Steuersatz. Im Ruhestand ist der oft niedriger als im Berufsleben.

Eine freie Teilkapitalentnahme ist in der geförderten Altersvorsorge nicht vorgesehen. Zu Beginn der Auszahlungsphase können allerdings maximal 30 % des angesparten Kapitals als Einmalbetrag entnommen werden.

Als Faustregel gelten rund 3 bis 4 % pro Jahr als nachhaltig. Wie viel bei Ihrem Vermögen herauskommt, zeigt der erweiterte Rechner.