Altersvorsorgedepot Rechenbeispiel: Wie aus 300 Euro im Monat eine Million wird

Eine Million Euro klingt nach einem Lottogewinn, nicht nach einem ganz normalen Sparplan. Und doch zeigt ein einfaches Rechenbeispiel zum Altersvorsorgedepot: Wer früh beginnt und die staatliche Förderung konsequent mitnimmt, kann über ein volles Erwerbsleben tatsächlich einen siebenstelligen Betrag aufbauen. Genau das rechnen wir hier für Sie durch, Schritt für Schritt und mit allen Annahmen offen ausgewiesen. Sie erfahren, wie sich Eigenbeitrag, staatliche Zulagen und Zinseszins zu diesem Ergebnis addieren, welchen Anteil jeder einzelne Baustein trägt und wo die Grenzen dieses Modells liegen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei 300 Euro monatlichem Eigenbeitrag über 44 Jahre kann ein Altersvorsorgedepot bei 6,5 Prozent Nettorendite auf über 1 Million Euro anwachsen.

  • Der größte Baustein des Endkapitals ist nicht die eigene Einzahlung und auch nicht die Förderung, sondern die Rendite selbst: In diesem Beispiel macht sie mehr als 80 Prozent des Gesamtkapitals aus.

  • Die staatliche Förderung hilft, die Millionengrenze zu überschreiten. Der entscheidende Hebel bleibt aber ein möglichst früher Start.

  • Für die ersten 500.000 Euro braucht das Depot in diesem Modell rund 33 Jahre. Für die zweite halbe Million reichen danach nur noch etwa 11 Jahre.

  • Das Beispiel zeigt einen Bruttowert vor Steuern und ohne Inflationsbereinigung. Es ist eine Modellrechnung, keine Prognose und keine Garantie.

Ein Rechenbeispiel für das Altersvorsorgedepot zeigt, wie sich monatlicher Eigenbeitrag, staatliche Förderung und Rendite über Jahrzehnte zu einem Gesamtkapital summieren. Im vorliegenden Modell führt ein Eigenbeitrag von 300 Euro monatlich über 44 Jahre bei 6,5 Prozent Nettorendite zu einem Kapital von rund 1.036.763 Euro vor Steuern.

Die Ausgangslage: Welche Annahmen stecken in diesem Beispiel?

Jedes Rechenbeispiel steht und fällt mit seinen Annahmen. Damit Sie die Zahlen selbst einordnen können, legen wir sie vollständig offen, bevor wir rechnen.

Annahme

Wert

Erläuterung

Startalter

23 Jahre

Direkter Einstieg ins Berufsleben nach Ausbildung oder Studium

Renteneintritt

67 Jahre

Reguläre gesetzliche Altersgrenze

Ansparzeitraum

44 Jahre

Der entscheidende Hebel: eine sehr lange Laufzeit

Monatlicher Eigenbeitrag

300 €

Konstant über die gesamte Laufzeit, ohne Gehaltssteigerung gerechnet

Jährliche Grundzulage

540 €

Maximale Förderung, da mit 300 €/Monat der volle förderfähige Betrag von 1.800 €/Jahr übererfüllt wird

Einmaliger Berufseinsteigerbonus

200 €

Da der Vertrag vor dem 25. Geburtstag abgeschlossen wird

Angenommene Rendite (nominal, vor Kosten)

7,0 % p. a.

Langfristiger historischer Durchschnitt eines breit gestreuten Welt-Aktienindex

Angenommene laufende Kosten

0,5 % p. a.

Realistische Annahme für ein kostengünstiges Altersvorsorgedepot

Angenommene Nettorendite

6,5 % p. a.

Rendite nach Kosten, vor Steuern in der Auszahlungsphase

Wichtig zur Einordnung: 300 Euro monatlicher Eigenbeitrag entsprechen 3.600 Euro im Jahr und liegen damit über dem maximal förderfähigen Betrag von 1.800 Euro pro Jahr. Die ersten 150 Euro monatlich lösen die volle Förderung aus. Die zusätzlichen 150 Euro monatlich fließen ohne weitere Zulage, aber weiterhin steuerfrei wachsend, ins selbe Depot – bis zur gesetzlichen Gesamtgrenze von 6.840 Euro pro Jahr.

Diese Werte sind Annahmen für eine Modellrechnung, keine Prognose und keine Garantie. Tatsächliche Marktentwicklungen, Kosten und persönliche Lebensumstände können deutlich abweichen.

Rechner

Was bringt Ihnen das Altersvorsorgedepot?

Förderung, Steuervorteil und möglicher Depotwert in unter einer Minute und mit Ihren eigenen Zahlen.

Wie das Kapital über die Jahrzehnte wächst

Der Zinseszinseffekt wirkt nicht gleichmäßig, sondern beschleunigt sich mit der Zeit. Das zeigt sich, wenn man den Depotwert alle fünf Jahre betrachtet:

Jahre im Depot

Alter

Depotwert (ca.)

5

28

24.666 €

10

33

58.457 €

15

38

105.129 €

20

43

169.594 €

25

48

258.633 €

30

53

381.616 €

35

58

551.487 €

40

63

786.121 €

44

67

1.036.763 €

Auffällig: Für die ersten 500.000 Euro braucht das Depot in diesem Beispiel rund 33 Jahre. Für die zweite halbe Million reichen danach nur noch etwa 11 Jahre. Je größer das Kapital, desto mehr trägt die Rendite selbst zum weiteren Wachstum bei – nicht mehr nur die eigene Einzahlung.

Kurz zusammengefasst: Der Zinseszinseffekt braucht Zeit, um zu wirken. In den ersten Jahrzehnten wächst das Depot spürbar langsamer als am Ende der Laufzeit. Wer früh beginnt, gibt dem Kapital genau diese Zeit.

Woraus setzt sich die Million am Ende zusammen?

Ein Blick auf die Bausteine des Endkapitals von rund 1.036.763 Euro zeigt, welchen Anteil eigene Einzahlungen, staatliche Förderung und Rendite jeweils beitragen:

Baustein

Betrag

Anteil

Eigener Kapitaleinsatz (300 € × 12 Monate × 44 Jahre)

158.400 €

15,3 %

Staatliche Förderung (Grundzulagen + Berufseinsteigerbonus)

23.960 €

2,3 %

Wertzuwachs durch Zinseszins und Rendite

854.403 €

82,4 %

Gesamtkapital zu Rentenbeginn (vor Steuern)

1.036.763 €

100 %

Der mit Abstand größte Baustein ist weder die eigene Einzahlung noch die Förderung. Es ist die Rendite, die über 44 Jahre auf sich selbst wirkt. Genau das ist der Kern des Zinseszinseffekts: Zeit schlägt am Ende sogar den eigenen Sparbeitrag.

Was die staatliche Förderung tatsächlich bewirkt

Wer nur seinen Eigenbeitrag von 300 Euro monatlich ohne jede staatliche Förderung anlegen würde, bei identischer Rendite und Laufzeit, käme auf rund 909.178 Euro. Grundzulage und Berufseinsteigerbonus tragen im Beispiel also gut 124.390 Euro (aufgezinst) zum Endkapital bei. Sie helfen, die Marke von einer Million tatsächlich zu überschreiten, statt knapp darunter zu bleiben. Der entscheidende Hebel bleibt aber die frühzeitig begonnene, lange Anlagedauer selbst.

Mit anderen Worten: Die Förderung ist ein wertvoller Zusatzschub, kein Ersatz für einen frühen Start. Wer heute 40 statt 23 Jahre alt ist, holt diese verlorenen Jahre über keine Zulage der Welt wieder auf.

Realistisch bleiben: Was dieses Beispiel nicht zeigt

Ein seriöses Rechenbeispiel zeigt auch seine eigenen Grenzen. Das gehört ehrlich dazu:

  • Steuern in der Auszahlungsphase: Die Auszahlung wird nachgelagert besteuert, mit dem individuellen Steuersatz. Das genannte Endkapital ist ein Bruttowert vor dieser Besteuerung, keine Nettoauszahlungssumme.

  • Keine Renditegarantie: 6,5 Prozent Nettorendite sind ein historisch plausibler, aber nicht garantierter Durchschnittswert. Einzelne Jahre können deutlich negativ ausfallen, insbesondere ohne Beitragsgarantie.

  • Keine Berücksichtigung der Inflation: Das Rechenbeispiel zeigt Nominalwerte. Die reale Kaufkraft von 1.036.763 Euro in 44 Jahren liegt je nach Inflationsrate spürbar niedriger.

  • Konstante Sparrate ohne Erhöhung: In der Praxis steigen Gehälter über ein Erwerbsleben meist an. Eine mit dem Einkommen wachsende Sparrate würde das Endkapital in der Realität eher noch erhöhen.

  • Keine Berücksichtigung von Unterbrechungen: Elternzeit, Arbeitslosigkeit oder andere Lebensphasen mit geringeren oder ausgesetzten Einzahlungen wurden nicht eingerechnet.

Kurz zusammengefasst: Das Rechenbeispiel zeigt eine plausible Modellrechnung unter offen ausgewiesenen Annahmen, keine Garantie und keine individuelle Anlageberatung. Für eine Einschätzung Ihrer persönlichen Situation lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Regelungen direkt beim [BMF] (Linkziel: BMF-FAQ zum Altersvorsorgedepot ergänzen).

Fazit

Das Rechenbeispiel zeigt: Der Weg zu einem siebenstelligen Kapital über das Altersvorsorgedepot ist rechnerisch realistisch, vorausgesetzt, man beginnt früh, spart über Jahrzehnte diszipliniert und lässt der Rendite genug Zeit zu wirken. Die staatliche Förderung ist dabei ein wertvoller, aber nicht der entscheidende Baustein. Der eigentliche Hebel ist schlicht: so früh wie möglich anzufangen.

Jetzt unverbindlich informiert werden, sobald der Altersvorsorgedepot-Anbieter-Vergleich live geht

 

Häufige Fragen

FAQ zum Rechenbeispiel Altersvorsorgedepot

Ist eine Million Euro im Altersvorsorgedepot realistisch?

Rechnerisch ja, unter den genannten Annahmen: früher Start mit 23 Jahren, 44 Jahre Laufzeit, 300 Euro monatlicher Eigenbeitrag und 6,5 Prozent Nettorendite. Eine Garantie dafür gibt es jedoch nicht, da die Rendite historisch, nicht zugesichert ist.

In diesem Beispiel liegt der direkte Förderanteil bei rund 2,3 Prozent des Endkapitals. Über die lange Laufzeit aufgezinst wächst dieser Effekt jedoch auf rund 124.390 Euro an.

 

Weil der Zinseszinseffekt auf einer wachsenden Basis wirkt. Je größer das angesparte Kapital, desto mehr Ertrag erzeugt die Rendite selbst, unabhängig vom eigenen Sparbeitrag.

Jedes Jahr späterer Start reduziert die Zeit, in der der Zinseszinseffekt wirken kann, überproportional. Ein Start mit 33 statt 23 Jahren würde das Endkapital in diesem Modell deutlich stärker senken als zehn Jahre auf den ersten Blick vermuten lassen.

Nein. Nur die ersten 150 Euro monatlich (1.800 Euro im Jahr) lösen die volle Grundzulage aus. Der darüberhinausgehende Betrag wächst weiterhin steuerfrei im Depot, jedoch ohne zusätzliche Zulage.

Über den Autor

Rolf Henning Hackel

Jurist & Finanzmarktexperte · AVD Anbieter Vergleich

Rolf Henning Hackel ist Diplom-Jurist und seit über 22 Jahren als Vorstand und Geschäftsführer für unterschiedliche Softwaredienstleister der Finanzbranche sowie als Unternehmensgründer tätig. Als absoluter Marktexperte kennt er nicht nur die verschiedenen Anbieter, sondern auch die Produkte der Finanzindustrie mit ihren Stärken und Schwächen sowie deren regulatorischen Rahmen. Beim AVD Anbieter Vergleich schreibt er über das neue Altersvorsorgedepot und erklärt Förderung, Anbieter und Renditechancen in verständlichen Worten – unabhängig und werbefrei.