Was kostet das Altersvorsorgedepot bei der Deka wirklich?

Beim Standarddepot verlangt die Deka nur 0,1 Prozent pro Jahr, und das ausschließlich für die ETFs. Depotführung und Zulagenverwaltung sind kostenlos. Damit hält ausgerechnet eine Filialbank, das Wertpapierhaus der Sparkassen, mit den günstigsten Neobrokern mit. Ein Haken bleibt aber. Alle Zahlen stehen noch unter dem Vorbehalt der Bafin, die ihre Genehmigung voraussichtlich erst im November erteilt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Deka-Standarddepot kostet 0,1 Prozent pro Jahr, nur für die ETFs. Depot und Zulagenverwaltung gibt es gratis dazu.
  • Wer aktiv verwalten lässt, zahlt beim Individualprodukt 1,0 bis 1,5 Prozent, je nach Laufzeit.
  • Die Frühstartrente für Kinder läuft ebenfalls zu 0,1 Prozent.
  • Alle Konditionen stehen unter Bafin-Vorbehalt und gelten ab Januar 2027, in jeder Sparkasse und in der App.

Was die Deka konkret anbietet

Die Deka fährt zweigleisig. Es gibt ein günstiges Standarddepot mit ETFs und daneben ein teureres Produkt mit aktivem Management. Wer wenig zahlen will, nimmt das Standarddepot. Ganz einfach.

Beim Standarddepot fallen 0,1 Prozent Effektivkosten im Jahr an, und zwar allein für die zwei passive ETFs dahinter, einen weltweiten Aktien-ETF und einen europäischen Renten-ETF. Depotführung und Zulagenverwaltung kosten nichts. Der Kunde hat die Wahl zwischen zwei Varianten: In der klassischen schichtet die Deka fünf Jahre vor Rentenbeginn automatisch die Hälfte in europäische Unternehmensanleihen um, zwei Jahre vor Auszahlungsbeginn wird der Aktienanteil um weitere 20% reduziert. In der individuellen Variante hingegen steuert der Kunde die Aktienquote selbst über die Sparkassen-App.

Daneben steht das Individualprodukt für alle, die aktiv verwalten lassen möchten. Hier baut die Deka aus bis zu drei Fondsbausteinen ein Portfolio entlang eines Lebenszyklus, wahlweise chancen- oder sicherheitsorientiert. Das kostet zwischen 1,0 und 1,5 Prozent im Jahr, also spürbar mehr. Für Kinder und Jugendliche gibt es außerdem die Frühstartrente, wieder zu 0,1 Prozent.

Wie sich die Deka im Wettbewerb einordnet

Die Deka springt auf einen Zug auf, der seit Wochen rollt. Den Anfang machte Scalable Capital mit einer Gesamtkostenquote von höchstens 0,15 Prozent, im ersten Jahr sogar null. Kurz darauf legten andere nach. Quirion kommt mit zwei Vanguard-Fonds auf 0,07 bis 0,08 Prozent und verzichtet auf eigene Depotgebühren. Smartbroker erlässt die Depotgebühr dauerhaft und in den ersten drei Jahren auch die ETF-Kosten, danach bleiben sie meist unter 0,15 Prozent.

Mit ihren 0,1 Prozent liegt die Deka mittendrin, zwischen Scalable und den noch günstigeren Angeboten. Die eigene Zunft schlägt sie damit deutlich. Union Investment, das Fondshaus der Volks- und Raiffeisenbanken, peilt für sein Standarddepot laut Fachpresse rund 0,65 Prozent an und setzt auf aktiv gemanagte ETFs statt auf einen reinen Indexansatz. Der Gesetzgeber hat die Kosten des Standardprodukts ohnehin bei einem Prozent gedeckelt. Die ersten Anbieter unterbieten diese Grenze also um ein Vielfaches. Wettbewerb wirkt.

Den Überblick über alle Häuser behalten Sie nicht über einzelne Pressemeldungen, sondern an einer Stelle: Wir bündeln jede genannte Kondition im Anbieter-Monitor, mit Quelle und Prüfdatum, laufend nachgezogen. Scalable, Quirion, Smartbroker, Union Investment und jetzt die Deka stehen dort nebeneinander.

Rechner

Was bringt Ihnen das Altersvorsorgedepot?

Förderung, Steuervorteil und möglicher Depotwert in unter einer Minute und mit Ihren eigenen Zahlen.

Warum das für alle Sparer zählt

Die eigentliche Nachricht ist nicht die Kommastelle. Sie ist, dass eine klassische Filialbank bei den Kosten mit den digitalen Brokern gleichzieht. Das war so nicht zu erwarten. Filialbanken galten lange als teurer und behäbiger. Nun zeigt einer der größten Wertpapierdienstleister des Landes, mit 6,2 Millionen Depots und 485 Milliarden Euro verwaltetem Vermögen, dass auch etablierte Häuser günstig können, wenn der Druck groß genug wird.

Für Sie als Sparer ist das eine gute Nachricht. Für die Neobroker wird die Luft dünner, denn ihr wichtigstes Argument, deutlich billiger zu sein als die alte Bankenwelt, trägt beim Altersvorsorgedepot nicht mehr uneingeschränkt. Und für die übrigen Filialbanken setzt die Deka eine Messlatte. Wer mitspielen will, wird sich an Konditionen um 0,1 bis 0,15 Prozent messen lassen müssen.

Was das für Ihre Entscheidung bedeutet

Günstig ist nicht gleich am günstigsten. Zwischen 0,07 und 0,65 Prozent liegen Welten, wenn Sie das über dreißig oder vierzig Jahre hochrechnen und der Zinseszins jeden Kostenpunkt Jahr für Jahr mitschleppt. Kleine Zahl, große Wirkung. Genau hier lohnt der genaue Blick. Achten Sie zuerst auf die Gesamtkosten, aber schauen Sie auch auf ETF-Auswahl, Flexibilität und den Weg zum Abschluss. Ein Filialnetz und eine App, wie die Sparkassen sie mitbringen, wiegen für den einen schwer und für den anderen gar nicht.

Damit Sie nicht jede Pressemitteilung selbst nachhalten müssen, führen wir alle Anbieter an einer Stelle zusammen. Unser Anbieter-Monitor zeigt für jedes Haus den Status und die bereits genannten Konditionen, jeweils mit Quelle und Prüfdatum. Die Deka steht dort schon, als bestätigt und mit dem Vermerk „Konditionen genannt”. So sehen Sie auf einen Blick, wer schon startklar ist und zu welchem Preis.

Fazit

Der Preiskampf ist eröffnet! Ein Standarddepot zu 0,1 Prozent, dazu ein aktiv verwaltetes Produkt für alle, die das wollen, und die Frühstartrente für die Kinder. Zwei Dinge sollten Sie im Kopf behalten. Die Zahlen stehen unter Bafin-Vorbehalt, final sind sie erst im November. Und der billigste Anbieter ist nicht automatisch der beste. Bis zum Start im Januar 2027 lohnt es sich, am Ball zu bleiben, unser Monitor behält dabei den Überblick für Sie.

Quellen

  • extraETF, „Sparkassen kontern Neobroker: Deka macht Altersvorsorgedepot zur Kampfansage” (9. September 2026)
  • Stiftung Warentest, „Altersvorsorgedepot: Preiskampf der Anbieter”
  • WirtschaftsWoche, „Altersvorsorgedepot: Kampfpreise bei Smartbroker, Quirion, Scalable und Deka”
  • Deka Investments, Informationen zur Altersvorsorgereform

Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Anlageberatung. Die genannten Konditionen beruhen auf Anbieterangaben und stehen unter dem Vorbehalt der Bafin-Genehmigung.

Häufige Fragen

FAQ zum Deka-Altersvorsorgedepot

Was kostet das Altersvorsorgedepot bei der Deka?

Das Standarddepot kostet 0,1 Prozent pro Jahr, ausschließlich für die zwei ETFs dahinter. Depotführung und Zulagenverwaltung sind kostenlos. Das aktiv verwaltete Individualprodukt liegt bei 1,0 bis 1,5 Prozent. Alle Angaben stehen noch unter dem Vorbehalt der Bafin-Genehmigung.

Ab wann gibt es das Deka-Altersvorsorgedepot?

Ab Januar 2027. Die Deka will es in allen Sparkassen vor Ort und digital über die Sparkassen-App anbieten. Bis dahin können sich die Konditionen noch ändern, denn die Bafin-Genehmigung wird erst im November erwartet.

Ist die Deka günstiger als die Neobroker?

Nicht ganz. Mit 0,1 Prozent liegt die Deka zwischen Scalable Capital mit höchstens 0,15 Prozent und den noch günstigeren Angeboten von Quirion und Smartbroker. Für eine Filialbank ist das trotzdem ungewöhnlich niedrig und deutlich unter dem gesetzlichen Deckel von einem Prozent.

Über den Autor

Rolf Henning Hackel

Jurist & Finanzmarktexperte · AVD Anbieter Vergleich

Rolf Henning Hackel ist Diplom-Jurist und seit über 22 Jahren als Vorstand und Geschäftsführer für unterschiedliche Softwaredienstleister der Finanzbranche sowie als Unternehmensgründer tätig. Als absoluter Marktexperte kennt er nicht nur die verschiedenen Anbieter, sondern auch die Produkte der Finanzindustrie mit ihren Stärken und Schwächen sowie deren regulatorischen Rahmen. Beim AVD Anbieter Vergleich schreibt er über das neue Altersvorsorgedepot und erklärt Förderung, Anbieter und Renditechancen in verständlichen Worten – unabhängig und werbefrei.

Rolf Henning Hackel, Finanzexperte und Gründer von AVD Vergleich