Was kostet das Altersvorsorgedepot wirklich?

Was Sie wirklich zahlen, welcher Anbieter wie viel nimmt und worauf es beim Vergleich ankommt.

Für Sparer

Kleine Prozente, große Wirkung

Weniger, als viele denken. Das gilt, sobald Sie das Standardprodukt wählen. Denn dort deckelt der Gesetzgeber die Effektivkosten auf 1,0 Prozent im Jahr, und die ersten Anbieter unterbieten das deutlich. quirion setzt dabei auf Vanguard-ETFs. Von den sieben Häusern mit eigenen Preisen nennen fünf auch laufende Fondskosten : Scalable Capital und Smartbroker+ 0 %, quirion 0,07 / 0,08 %, DekaBank 0,1 %, Fidelity 0,35 oder 0,75 %. Vier davon sind an Bedingungen geknüpft oder befristet. Die Einzelheiten stehen im Anbieter-Monitor. Das Depot selbst kostet bei fünf Häusern dauerhaft nichts. Der Deckel gilt aber nur fürs Standardprodukt. Andere Varianten sind nicht daran gebunden und werden individuell bepreist.

Kostenarten

TER, Depotgebühr, Effektivkosten – drei Dinge, die ständig verwechselt werden

Drei Posten bestimmen, was Sie am Ende zahlen. In Foren werden sie ständig durcheinandergeworfen. Die Fondskosten, ausgewiesen als TER, stecken im ETF selbst und werden vom Fondsvermögen abgezogen, bevor Sie überhaupt etwas merken. Die Depotgebühr zahlen Sie zusätzlich an den Anbieter, dafür dass er Ihr Depot führt und die Zulagen verwaltet. Die Effektivkosten fassen beides plus alle weiteren Abzüge in einer einzigen Jahresprozentzahl zusammen, und genau diese letzte Zahl deckelt das Gesetz, nicht die einzelnen Bausteine. Wer sie verwechselt, verrechnet sich. Scalables niedrige Fondskosten werden gerade als zusätzliche Depotgebühr gelesen, obwohl das Depot selbst nichts kostet.

Kostendeckel

 Der 1-Prozent-Deckel gilt nur fürs Standardprodukt

Das ist die teuerste Fehlinformation im Markt. Der Deckel von 1,0 Prozent greift nur beim Standardprodukt, jenem gesetzlich vorgegebenen Basisdepot aus zwei vorausgewählten Fonds. Bei einem Individualprodukt gilt er nicht. Die Verbraucherzentrale rechnet dort mit 1,5 bis 2,5 Prozent im Jahr und über Jahrzehnte frisst das einen großen Teil Ihrer Rendite. Auf fast allen Konkurrenzseiten steht der Deckel pauschal für alle Depots. Das ist schlicht falsch. Nachlesen können Sie die Regel in der FAQ des Bundesfinanzministeriums zur Reform der privaten Altersvorsorge (bundesfinanzministerium.de).

Langfristig gerechnet

Warum ein halber Prozentpunkt über die Jahre so viel ausmacht

Klingt nach wenig, ist es aber nicht. Der Unterschied zwischen 0,2 und 1,0 Prozent Kosten wirkt jedes Jahr aufs Neue, und über Jahrzehnte summiert er sich enorm. Ein Beispiel macht es greifbar. Wer 150 Euro im Monat über 40 Jahre bei angenommenen 6 Prozent anlegt, hat am Ende bei 0,2 Prozent Kosten rund 283.000 Euro, bei 1,0 Prozent nur etwa 229.000 Euro. Das sind über 50.000 Euro Unterschied, allein durch Gebühren. Deshalb schauen wir bei jedem Anbieter zuerst auf die Effektivkosten.

Einordnung

Das sagt unser Experte

Unser Experte Rolf Henning Hackel ordnet die Kostenfrage so ein: Die Kosten seien der stärkste Hebel, den Sparer selbst in der Hand haben, und über dreißig oder vierzig Jahre mache der Unterschied zwischen 0,2 und 1 Prozent gewaltig viel aus. Nur auf die letzte Nachkommastelle zu starren, greife aber zu kurz.

„Die Kosten sind der stärkste Hebel, den Sie selbst in der Hand haben. Am Ende zählt aber, dass Sie anfangen und dranbleiben. Denn das beste Depot nützt nur, wenn Sie es wirklich besparen."

Rolf Henning Hackel
Depotkosten-Rechner

Rechnen Sie Ihren Kostenunterschied selbst aus

Zahlen wirken abstrakt, bis man sie selbst sieht. Stellen Sie Ihre Sparrate, die Laufzeit und die Gebühr ein, und der Depotkosten-Rechner zeigt sofort, was die Kosten aus Ihrem Depot machen. Aus scheinbar kleinen Prozentpunkten werden schnell große Summen. Probieren Sie es aus.

Monatliche Sparrate iIhr eigener Beitrag pro Monat. 200 €
25 €1.000 €
Laufzeit iÜber wie viele Jahre Sie sparen. Üblich: Zeit bis Renteneintritt. 30 Jahre
10 Jahre40 Jahre
Depotgebühr p. a. iJährliche Kosten Ihres Depots. ETF-Broker: ~0,3 %. Bank: ~1 %. Aktiver Fonds: ~1,5 % und mehr. 1,0 %
0 %2 %
Depot-Wert nach 30 Jahren
–
bei 1,0 % Kosten p. a.
Nur an Kosten verloren
–
Über die gesamte Laufzeit

Annahme: 6,0 % Bruttorendite p. a.

Erweiterte Berechnung Mit Einkommen, Rendite, Kosten, Inflation, Riester-Übertrag, ETF-Vergleich

Unverbindliche Modellrechnung, keine Anlageberatung, keine Garantie künftiger Wertentwicklung. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Wertentwicklungen.

Vergleichs-Tipps

Worauf Sie beim Kostenvergleich achten sollten

Der niedrigste Prozentwert ist nicht automatisch das beste Angebot. Schauen Sie zuerst auf die Effektivkosten, nicht auf einzelne Posten, und prüfen Sie, ob es sich um ein Standardprodukt mit Deckel oder ein freies Individualprodukt handelt. Vorsicht bei Null-Prozent-Werbung. Manche Konditionen gelten nur befristet oder nur bis zu einer bestimmten Summe. Und eine mögliche Beitragsgarantie rechnen Sie besser mit ein, weil sie Rendite kostet.

Stand 24.09.2026

Die Konditionen im Überblick

7 von 75 geprüften Anbietern haben eigene Preise veröffentlicht. Alle Angaben stammen von den Anbietern selbst, mit Datum und Quelle auf der jeweiligen Anbieterseite.
ProduktDepotOrderETFs/Fonds
DekaBank
Standarddepot0 €—0,1 %
Individualprodukt0 €—1,0 bis 1,5 %je Vertragslaufzeit
Fidelity
Standarddepot12 €—0,35 oder 0,75 %je Vertriebsmodell
Altersvorsorgedepot24 €—1,35 %
quirion
Standard-Depotvertrag0 €zum Start—0,07 / 0,08 %mind. erstes Jahr erstattet
Pro-VariantePreis nennt das Haus vor dem Start
Scalable Capital
Standarddepot0 €0 €0 %bis 31.12.2027
Selbstentscheider-Depot0 €0 €mit PRIME+, sonst 0,99 €ab 0 %
Smartbroker+
Standarddepot0 €0 €0 %drei Jahre
freies Depot0 €0 €ab 500 €, sonst 1 €—
Sunrise
Alle Preise0 €0 €—
Traders Place
Standarddepot0 €0 €—
allgemeines Altersvorsorgedepot0 €0 €ab 500 €, sonst 0,95 €—
Prüfversprechen

So halten wir die Zahlen aktuell

Gerade momentan ist viel Bewegung im Markt, da die Produktanbieter nach und nach ihre Konditionen offenlegen. Wir prüfen jede Angabe direkt an der Quelle, beim Anbieter selbst, und aktualisieren sie an jedem Werktag. Jede Zeile in der Tabelle trägt ihr Prüfdatum. So sehen Sie auf einen Blick, wie aktuell der Stand ist, und was noch unter dem Vorbehalt der Bafin steht, kennzeichnen wir offen.

FAQ

Häufige Fragen zu den Kosten des AVD

Zählt die Depotgebühr zu den Effektivkosten?

Ja. Die Effektivkosten bündeln alle jährlichen Abzüge in einer Zahl, also Fondskosten, Depotgebühr und weitere Posten. Genau diese Gesamtzahl deckelt der Gesetzgeber beim Standardprodukt auf 1,0 Prozent. Einzelne Bausteine wie die reine Depotgebühr sagen für sich genommen wenig über die echte Belastung aus.

Gilt der 1-Prozent-Deckel für jedes Altersvorsorgedepot?

Nein. Der Deckel greift nur beim Standardprodukt, dem gesetzlich vorgegebenen Basisdepot. Bei Individualprodukten gibt es keine Obergrenze, die Verbraucherzentrale erwartet dort 1,5 bis 2,5 Prozent im Jahr. Prüfen Sie deshalb immer, ob ein Angebot als Standardprodukt gilt.

Welcher Anbieter ist aktuell am günstigsten?

Von den sieben Häusern mit eigenen Preisen nennen fünf auch laufende Fondskosten : Scalable Capital und Smartbroker+ 0 %, quirion 0,07 / 0,08 %, DekaBank 0,1 %, Fidelity 0,35 oder 0,75 %. Vier davon sind an Bedingungen geknüpft oder befristet. Die Einzelheiten stehen im Anbieter-Monitor.