Wie die Entwicklung der Kosten die Rendite Ihres Altersvorsorgedepots beeinflusst
Sie haben gerade ausgerechnet, was Ihnen die staatliche Förderung im Altersvorsorgedepot bringt – 540 € Grundzulage, vielleicht noch Kinderzulage obendrauf. Dann taucht eine zweite Zahl auf, die genauso über Ihre Rendite entscheidet, nur viel leiser. Die laufenden Kosten. Ein Prozentpunkt klingt nach wenig. Über 30 Jahre ist er einer der größten Hebel, den Sie selbst in der Hand haben. Wir zeigen Ihnen, wie sich die Kosten entwickeln, warum sie eher sinken und was das für Ihr Endkapital heißt.
Öffnet den Artikel mit fertigem Prompt in:
ChatGPT Claude Perplexity Google AI Mode GrokEs werden keine Daten an Dritte übertragen, bevor Sie klicken.
Das Wichtigste in Kürze
-
Die Effektivkosten im Altersvorsorgedepot liegen je nach Anbieter und Variante zwischen 0,3 % und 1,8 % pro Jahr – das Standardprodukt ist gesetzlich auf maximal 1,0 % gedeckelt.
-
1 % höhere Effektivkosten senken Ihr Endkapital nach 30 Jahren um rund 20 bis 30 % – durch den Zinseszinseffekt wirkt sich der Kostenunterschied überproportional aus.
-
Bei 200 € monatlicher Sparrate über 30 Jahre liegt zwischen der günstigsten und der teuersten Kostenvariante ein Unterschied von rund 40.000 € Endkapital.
-
Wettbewerbsdruck und der gesetzliche Kostendeckel sorgen dafür, dass die Kosten im Altersvorsorgedepot tendenziell eher sinken als steigen.
-
Die Kostenwahl beim Depotabschluss ist damit fast so entscheidend wie die Förderung selbst – und im Gegensatz zur Förderhöhe können Sie sie aktiv beeinflussen.
Die Entwicklung der Kosten im Altersvorsorgedepot beschreibt, wie sich die Effektivkosten durch Wettbewerb unter Anbietern und den gesetzlichen Kostendeckel von aktuell bis zu 1,0 Prozent im Standardprodukt verändern. Schon ein Prozentpunkt weniger Kosten kann über 30 Jahre mehrere zehntausend Euro mehr Endkapital bedeuten.
Was bringt Ihnen das Altersvorsorgedepot?
Förderung, Steuervorteil und möglicher Depotwert in unter einer Minute und mit Ihren eigenen Zahlen.
Welche Rolle spielen ETF-Kosten für die Rendite des Altersvorsorgedepots?
Beim Altersvorsorgedepot fällt der Blick zuerst auf die Förderung. Zu Recht, denn bis zu 1.680 € pro Jahr vom Staat sind ein starker Renditehebel. Die laufenden Kosten im Altersvorsorgedepot arbeiten dagegen im Stillen. Über die gesamte Ansparphase wiegen sie aber mindestens genauso schwer.
Am Markt liegen die Effektivkosten im Altersvorsorgedepot aktuell in folgenden Spannen:
-
0,3 % bis 0,7 % pro Jahr bei einem reinen ETF-Standardprodukt über Bank oder Neobroker.
-
0,7 % bis 1,0 % pro Jahr bei einem Standardprodukt mit aktiv gemanagten Fondsanteilen.
-
1,0 % bis 1,8 % pro Jahr bei einem Premium-Produkt mit persönlicher Beratung.
Alte Riester-Verträge lagen zum Vergleich häufig bei 1,5 % bis 2,5 % Kosten pro Jahr. Für das Standardprodukt im Altersvorsorgedepot gilt außerdem eine gesetzliche Grenze von maximal 1,0 % Effektivkosten pro Jahr. Das ist ein klarer Unterschied zur Riester-Welt, in der solche Deckel selten so konsequent griffen.
Welchen Unterschied ein Prozentpunkt Kosten im Endkapital macht
Der Effekt ist nicht linear, sondern verstärkt sich über die Zeit. Dahinter steckt der Zinseszins. Kosten schmälern nicht nur das eingezahlte Kapital, sondern auch jeden Zins, den dieses Kapital in den Folgejahren hätte erwirtschaften können. Eine Faustregel. 1 % höhere Effektivkosten reduzieren das Endkapital nach 30 Jahren um etwa 20 bis 30 %, nicht um 1 %.
Unsere eigene Modellrechnung zeigt das an einem Beispiel mit 200 € monatlicher Sparrate über 30 Jahre und 6 % Bruttorendite vor Kosten:
|
Effektivkosten |
Netto-Rendite |
Endkapital nach 30 Jahren |
|---|---|---|
|
0,5 % |
5,5 % |
ca. 175.000 € |
|
1,0 % |
5,0 % |
ca. 160.000 € |
|
1,5 % |
4,5 % |
ca. 146.000 € |
|
2,0 % |
4,0 % |
ca. 134.000 € |
Zwischen der günstigsten und der teuersten Variante liegen bei identischer Sparrate rund 40.000 € Unterschied im Endkapital – ohne dass sich am eingezahlten Betrag etwas ändert.
Kurz zusammengefasst
-
Kostenunterschiede wirken über 30 Jahre überproportional, nicht linear.
-
Bei 200 €/Monat und 6 % Bruttorendite liegen zwischen 0,5 % und 2,0 % Kosten rund 40.000 € Endkapital dazwischen.
-
Ein niedriger Kostensatz ist ein Hebel, den Sie selbst ziehen können. Anders als die Marktrendite.
Ein zweites Beispiel mit anderer Sparrate zeigt denselben Effekt noch deutlicher: Bei 150 € monatlich über 30 Jahre erreicht ein Depot mit 0,4 % Kosten ein Endkapital von rund 178.000 €. Bei 1,7 % Kosten sind es bei gleicher Sparrate nur rund 132.000 €.
Der Unterschied von 46.000 € entsteht allein aus der Kostenstruktur, nicht aus der Anlagestrategie. Die Kostenfrage ist damit keine Nebensache, sondern eine der Stellschrauben, die Sie beim Altersvorsorgedepot wirklich selbst in der Hand haben.
Warum die ETF-Kosten im Altersvorsorgedepot eher sinken als steigen
Zwei Kräfte wirken hier in dieselbe Richtung. Erstens der gesetzliche Kostendeckel von maximal 1,0 % für das Standardprodukt. Er setzt eine klare Obergrenze, die es bei Riester-Verträgen in dieser Konsequenz nicht gab. Zweitens der Wettbewerb zwischen den Anbietern, der mit dem Marktstart 2027 zunehmen dürfte, je mehr Banken, Neobroker und Fondsgesellschaften eigene Altersvorsorgedepots anbieten.
Wie stark dieser Wettbewerbsdruck tatsächlich wirkt, hängt allerdings auch davon ab, wie viele Anbieter am Markt aktiv werden. Fabian Behnke, Head of Strategic Accounts bei Vanguard, bringt das im Experten-Interview mit Vanguard auf den Punkt: „Jeder Cent, der in Gebühren fließt, kann am Ende in der Rente fehlen.” Er sieht den gesetzlichen Kostendeckel als sinnvoll an, weist aber zugleich darauf hin, dass er zusätzliche Leistungen wie Finanzbildung, digitale Infrastruktur oder persönliche Beratung nicht abdeckt – ein Grund, warum die Kostenspanne zwischen einem reinen ETF-Standardprodukt und einem Premium-Angebot mit Beratung so groß bleibt. Entscheidend ist aus seiner Sicht, dass ausreichend Anbieter attraktive Lösungen entwickeln können, damit Wettbewerb und Innovationsfähigkeit erhalten bleiben.
Kurz zusammengefasst
-
Der gesetzliche Kostendeckel von 1,0 % begrenzt die Kosten beim Standardprodukt nach oben.
-
Zunehmender Anbieterwettbewerb ab dem Marktstart 2027 dürfte zusätzlichen Druck auf die Kosten ausüben.
-
Ohne ausreichend Anbieter am Markt bleibt dieser Effekt laut Branchenstimmen begrenzt.
Welche Anbieter mit welchen Konditionen tatsächlich starten, sehen Sie zuerst, wenn Sie sich auf die Warteliste eintragen.
Was die Kostenentwicklung für Ihre Förderung bedeutet
Niedrige Kosten wirken nicht isoliert, sondern verstärken den Effekt der staatlichen Förderung. Jeder Euro, der nicht in Gebühren fließt, bleibt investiert und profitiert vom Zinseszinseffekt genauso wie Ihre Zulage und Ihr eigener Beitrag.
Fazit: Kosten sind der Hebel, den Sie selbst in der Hand haben
Die Förderung entscheidet, wie viel zusätzliches Geld in Ihr Altersvorsorgedepot fließt. Die Kosten entscheiden, wie viel davon am Ende wirklich bei Ihnen ankommt. Während sinkende Kosten am Markt eine gute Nachricht für alle sind, müssen Sie bei der Anbieterwahl selbst aktiv hinschauen. Niemand nimmt Ihnen diese Entscheidung ab.
Auf die Warteliste eintragen und als Erste erfahren, wenn die ersten Anbieter mit ihren Konditionen live gehen.
Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Anlageberatung.
Häufige Fragen zu Kosten und Rendite im Altersvorsorgedepot
Wie hoch sind die Kosten im Altersvorsorgedepot aktuell?
Die Effektivkosten liegen je nach Anbieter und Variante zwischen 0,3 % und 1,8 % pro Jahr. Für das gesetzliche Standardprodukt gilt eine Obergrenze von maximal 1,0 % Effektivkosten pro Jahr.
Warum sinken die Kosten im Altersvorsorgedepot tendenziell?
Der gesetzliche Kostendeckel begrenzt die Kosten beim Standardprodukt nach oben und zunehmender Wettbewerb zwischen den Anbietern setzt zusätzlichen Preisdruck. Ob dieser Effekt in vollem Umfang eintritt, hängt davon ab, wie viele Anbieter tatsächlich attraktive Angebote entwickeln.
Wie stark wirkt sich ein Prozentpunkt Kosten auf die Rendite aus?
Ein Prozentpunkt höhere Effektivkosten reduziert das Endkapital nach 30 Jahren um etwa 20 bis 30 %, nicht nur um 1 %. Dahinter steckt der Zinseszins. Kosten schmälern nicht nur das eingezahlte Kapital, sondern auch dessen künftige Erträge.
Gilt der Kostendeckel von 1,0 % für alle Varianten des Altersvorsorgedepots?
Nein, der gesetzliche Kostendeckel bindet ausschließlich das Standarddepot. Bei frei gewählten Altersvorsorgedepots oder fondsgebundenen Rentenversicherungen können Anbieter höhere Kosten verlangen.
Kann ich die Kosten meines Altersvorsorgedepots selbst beeinflussen?
Ja. Die Wahl des Anbieters und der Produktvariante entscheidet direkt über die Effektivkosten.
Über den Autor
Rolf Henning Hackel
Jurist & Finanzmarktexperte · AVD Anbieter Vergleich
Rolf Henning Hackel ist Diplom-Jurist und seit über 22 Jahren als Vorstand und Geschäftsführer für unterschiedliche Softwaredienstleister der Finanzbranche sowie als Unternehmensgründer tätig. Als absoluter Marktexperte kennt er nicht nur die verschiedenen Anbieter, sondern auch die Produkte der Finanzindustrie mit ihren Stärken und Schwächen sowie deren regulatorischen Rahmen. Beim AVD Anbieter Vergleich schreibt er über das neue Altersvorsorgedepot und erklärt Förderung, Anbieter und Renditechancen in verständlichen Worten – unabhängig und werbefrei.